Donnerstag, 3. Dezember 2015

That's my hood, that's my neighbourhood

Ich wohne seit ca. acht Jahren im Haus meiner Frau Mama.
Und nein, ich wohne nicht mit meiner Frau Mama zusammen. Diese Frage wird mir nämlich immer anschließend gestellt.

In diesen acht Jahren habe ich es noch nicht geschafft mich auszusperren. Warum auch, hatte die Haustüre doch eine Klinke, die ich einfach nur drücken musste und schon war die Tür offen.
Seit ca. einem Jahr habe ich einen neuen Eingang. Keine Klinke mehr, die einfach nur gedrückt werden will, dass sie offen ist.
Wäre doch auch zu einfach.
Und so brachte ich dann am Samstag Nachmittag Papier raus in die Tonne oder ich wollte es zumindest. Denn gerade als ich einen Schritt über die Türschwelle setzte, machte es hinter mir auch schon Plock und die Tür war zu!

Ich draußen. Kein Schlüssel. Keiner im Haus. Und seit neuestem auch keine Oma mehr als Nachbarin, die einen Ersatzschlüssel hat.
Ich hab erstmal das Papier liegen lassen. Wohl der Schock.
Nach kurzer Überlegung bin ich zur Nachbarin rüber und habe ihr die kurze Geschichte erklärt. Sie hat mir ihr Telefon gegeben und ich konnte.... ja wen denn eigentlich?..... die Menschen anrufen, die einen Ersatzschlüssel hatten.
Das sind gar nicht mal so wenige. Schlecht nur, wenn man von keinem die Telefonnummer auswendig weiß!
Gott sei Dank dem technischen Fortschritt!
Leider weiß ich seit Erfindung des Handys und dem Adressbuch so gut wie keine Nummer mehr auswendig (außer meine eigenen).
Das Telefonbuch der Nachbarin war schon etwas veraltet (etwa 10 Jahre) und die Auskunft konnte ebenso keine Auskunft geben.
Und nun?!
Der Sohn der Nachbarin hat mir angeboten, mich zu Frau Mama zu fahren (ca. 20 km), um dort den Schlüssel zu holen.

Das war eine super nette Aktion!
Als Dank bekommt die Familie beim nächsten Besuch ihres Sohnes einen leckeren Kuchen vorbei gebracht!

Und weil ich mich nochmal bei der netten Nachbarin bedanken wollte, habe ich gestern bei ihr geklingelt.
Sie bat mich gleich herein und wir haben ein Schnäpschen (Amaretto) getrunken.
Da dieser uns beiden zu süß ist, gab's dann noch einen Ouzo. Anschließend noch einen und dann noch einen und noch einen.
Ehrlich, die Frau ist ja mal ne Schau! Die hat mir aus ihrem Leben erzählt, hin und wieder mal geflucht und sie mag gerne Ouzo trinken.
Das war ja wirklich amüsanter Nachmittag! ^^

Leider ist der Zusammenhalt in unserer Straße bzw. sich gegenseitig Hilfe anbieten kaum vorhanden.
Es kennt kaum mehr einer den anderen.
Derweil wäre es doch schön und auch praktisch, wenn man sich etwas besser kennen würde, sich gegenseitig helfen und vielleicht ab und zu mal ein kleines Straßenfest feiern würde!

Doch das bringt unsere Zeit mit sich in der wir leben.
Jeder ist nur noch für sich, wir haben keine Zeit und auch keine Lust.
Vielleicht organisiere ich ein kleines Winter- bzw. Weihnachtsstraßenfest. Mit Glühwein und Punsch, Kuchen oder Gegrilltem.
Jeder steuert etwas bei, man lernt sich kennen und vielleicht findet man den anderen doch nicht so komisch und blöd wie man immer dachte!

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Sabrina | Sweetalistic